Kötzschber - so wurde der Wein aus Kötzschenbroda, heute einem Stadtteil von Radebeul, über Jahrhunderte gemeinhin genannt.

In die Geschichte ging der Kötzschber ein, als im Jahr 1520 Dr. Martin Luther mit dem Meißner Bischof Johann VII. und besonders mit dessen Offizial zu Stolpen in offenen Federkrieg geriet und auf die Güte des Kötzschbers hinwies:

"Darumb wil ich yn hie mit gebeten haben, das er ein ander mall auff den nuchtern morgen zedel schreyb (Schriften amlegen), unnd nit wyder mich sechte durch ordnung eins Concilii, szo er mir eins andern Concili ordnung fuer ergernisz, auffrur, zwispalt auff ruckt, auff das mir nit not sey zu argwenen, er hab sein gehirn ym Kötzschberwein verloren, und selbst nit wisse was er sage."


Für das gemeine Volk war der Kötzschber Lebenselexier und Freudenspender. Das tanzende Bauernpaar, gezeichnet vom Radebeuler Maler und Grafiker Horst Hille, zeigt das auf heiter deftige Art.

Den Kötzschber gibt es heute exklusiv aus dem Weinhaus Förster wieder, als Rotwein, Rotling oder Weißwein, gereift auf Kötzschenbrodaer Flur, unter nordischer Sonne in einer herrlichen Kulturlandschaft, geprägt von Trockenmauern und Verwitterungsboden aus Syenit. Eine frische Säure und eine nachhaltige Frucht machen diesen Sächsischen Landwein zum idealen Zechwein.